pa.de-Review: The Number 12 Looks Like You – Worse Than Alone

The Number 12 Looks Like You – Worse Than Alone

Label: Eyeball Records

Tracklist:
01. Glory Kingdom
02. Given Life
03. To Catch A Tiger
04. Marvin’s Jungle
05. The Garden’s All Nighters
06. If They Holler, Don’t Let Go
07. Retort, Rebuild, Remind
08. League Of Endangered Oddities
09. Serpentine
10. I’ll Make My Own Hours

Spielzeit: 45:46

“The Number 12 Looks Like You” klingen wie “Panic! At The Disco” (zu “A Fever You Can’t Swet Out”-Zeiten) auf Extasy und während “Panic(!) At The Disco” auf nem LSD-Trip im Glücksbbärchiland festhängen, haben “The Number 12 Looks Like You” wahrscheinlich während des Trips zuviel “Everytime I Die” gehört und dann motiviert ein Album aufgenommen. Vor diesem Album hab ich nur von der Band und deren Können gehört (immer positiv) und ich war begeistert, diese “War From A Harlots Mouth”-light mit “Everytime I Die”-Strukturen und ein paar lustig-frischen Poppunk-Stellen machen ein sehr gutes und unterhaltsames Album. Ich habe keinen der Texte verstanden, aber das geht mir bei “I Set My Friends On Fire” ebenso und habe dennoch Spaß dabei. Vielleicht steige ich ja noch hinter den Sinn der Texte, auf jeden Fall geht man hier auch spezielle Wege, sehr interessant.
Produktionstechnisch knallt es hier nicht ganz so derbe aus den Boxen, was aber die progressiven Elemente eindeutig verstärkt. Songs wie “The Garden’s All Nighters” werden dadurch komplexer und verteilen sich angenehm im Gehörgang und die Verfrickeltheit eines “Marvin’s Jungle” zeigen auch, wie erstgenannter Song, dass die Stärken des Albums in der Mitte liegen, nur “I’ll Make My Own Hours” würde ich noch als herausragendes Stück empfehlen, der Rest ist auch sehr stark.
Klasse Band und überdurchschnittliches Album, wenn man nur ein bisschen etwas mit progressiver Musik anfangen kann. Wer die “Everytime I Die” und die neuen “Fear My Thoughts” mag und sich sich das Kind der beiden vorstellt, hat einen guten Eindruck, von dem was einen hier erwartet.

08/10 Punkten

Disko:
2009 – Worse Than Alone
2008 – The Remixes (7″)
2007 – Mongrel
2005 – Nuclear.Sad.Nuclear
2005 – An Inch Of Gold For An Inch Of Time

Internet: http://www.myspace.com/tntllu

pa.de-Review: Silverstein – A Shipwreck In The Sand

Silverstein – A Shipwreck In The Sand

Label: Victory Records
VÖ: 31.03.09

Tracklist:
01. A Great Fire
02. Vices (feat. Liam Cormier)
03. Broken Stars
04. American Dream
05. Their Lips Sink Ships
06. I Knew I Couldn’t Trust You
07. Born Dead (feat. Scott Wade)
08. Shipwreck in the Sand
09. I Am the Arsonist
10. You’re All I Have
11. We Are Not the World
12. Hero Loses Everyday
13. Tide Raises Every Ship
14. End (feat. Lights)

Ein Konzeptalbum aus Kanada und dieses Land hat musikalisch einiges (für mich) vorzuweisen: “Ryan Adams”, “Strapping Young Lad”, “Devin Townsend”, “Comeback Kid”, “Means” und “Misery Signals”.
“Silverstein” sind wieder härter geworden. “Great Fire” eröffnet furios ein Album welches man auch mal mit der Freundin (sofern nicht Core-affin) hören kann.

Ich bin überrascht mit welcher Professionalität und Gespür für Melodie und Emotionen hier durch dieses grandiose Schiff gerockt wird. Es finden sich zwar nicht die Überliebessongs a la “My Heroine” oder “Smile In Your Sleep” aber eine abwechslungsreiche und sehr schlüssige musikalische Decke für Regentage und Platz für Dauerrotation an seichten Abenden ist immernoch.

In manchen Momenten höre ich “30 Seconds To Mars” heraus und doch ist das Album zugleich härter und gefühlvoller als ebenjene. In 3 Songs hat man sich Verstärkung ins Boot (haha – Wortwitz) geholt: Scott Wade, Liam Cormier und Lights – im letzten Song, einem “My Heroine”-ähnlichen akkustik Song.
Die Shoutparts sind härter als auf den Vorgängeralben und Silverstein beweisen wie kraft- und gefühlvoll man Gesangsstellen in die Songs einbaut, die an keiner Stelle nerven oder aufgesetzt wirken.
Als Anspieltips gelten “Born Dead” (mit Scott Wade), “The End”, “A Shipwreck In The Sand” und der Opener “A Great Fire”. Insgesamt wandelt man trotz Konzeptidee nicht stur “Coheed And Cambria” hinterher, man geht eigene punkigere Wege (sogar mit Crewshouts) und klingt runder. Für mich ein großes Album, welches auch mal den Weg in den Player findet, wenn man gerade nicht in der Stimmung für Hier-Bitte-Lieblings-Core-Richtung-Einsetzen – Core ist. Unbedingt anhören!

09/10 Punkten

Disco:
2009 – A Shipwreck In The Sand
2005 – Arrivals And Departures
2003 – When Broken Is Easily Fixed

Internet: http://www.ashipwreckinthesand.com/

pa.de-Review: Mila Ayuhara – The Malodorousness Of Mendacity

Mila Ayuhara – The Malodorousness Of Mendacity

Tracklist:
01. How To Betray Your Husband With A Horse
02. No Hands, So She Gotta Deep Throat
03. Killing Is My Destiny
04. My Girlfriend Left Me, Let’s Masturbate
05. Bludgeon Those Faggots
06. Enforce Thy Spirit (An Audial Abortion)

Spielzeit: 17:18 min

Mila Ayuhara kannte ich bisher nur von dem pinken Monster in der Bannerwerbung und dem Trickfilm (Mila kann lachen…). Was erwartet einen hier aus Leipzig? Erstmal eine Black-Metal-Schrift (mir hätte das pinke Studio-Ghibli-Monster besser gefallen – sind aber nur meine 2-Cent), Pentagramme, Gore und Lava.
Keine Songtexte, aber bei Liednamen wie “Bludgeon Those Faggots” und “No Hands, So She Gotta Deep Throat” weißte bescheid, ne? Anscheinend nehmen sich die Jungs auf ihrem ersten Output nicht ernst, was ich total begrüße. Der Sound ist dreckig und rauh, in schlechten Momenten klingt der Bass, wie der von “Manos”, aber die meiste Zeit passt dieser rotzige Produktionssound ins Konzept. Ausnahmsweise spare ich mir eine Bemerkung zur Spielzeit, bei dieser Musik reicht mir das vollkommen.
Der Song “My Girlfriend Left Me, Let’s Masturbate” ist nicht nur vom Titel der beste dieser Scheibe, nein, er vereint ganz groß die Stärken dieser Leipziger Combo. Hier ein paar Filmzitate, da der unglaubliche tiefe Bass, die Gitarre – mal witzig, mal aggresiv an der Front und solides Schlagzeug, welches aber auch weiß wann Zurückhaltung angebracht ist und Growls von Chris Barnes-Junior.
Support your local “Waking The Cadaver” (in witzig, mit weniger extremen Breakdowns).
Fetzige Musik, in knapper Zeit, mit passendem Sound – stark, da kommt aber bestimmt noch mehr und besseres.

07/10 Punkten

Disco:
2009 – The Malodorousness Of Mendacity

Internet: http://www.myspace.com/milaayuhara

Nach Martyrs…

… ist es irgendwie still.

Ich werde versuchen diese Stille zu brechen, mir ein paar Eindrücke von der Seele schreiben und versuchen Bilder aus meinem Kopf zu bekommen.
Bisher gab es keinen Film der mich ähnlich hinterlassen hat, in “Irreversible” waren es 2 Szenen, in “Requiem For A Dream” ein Szenario und in “Die 120 Tage Von Sodom” war es die gefühlte Realität.
“Martyrs” bedrückt durch die Bilder, durch den Geist dahinter, der auch gesucht wird und werden soll. Das Kranke im Mensch wird visualisiert, es werden nach Ideen gesucht auf Wegen die vielleicht zuletzt die Nazis versucht haben zu erforschen. Traurig und brutal lassen einen die Bilder stehen. Ich hoffe jeder sieht diesen Film bis zum Ende, falls man sich überhaupt entscheidet diesen Film anzuschauen, man muss es nämlich nicht und dies ist keine Empfehlung von mir diesen Fim zu schauen.
“Inside” war hohl, bot eine nette Wendung und war dank der Debilität comichaft und erträglich. “High Tension” war Splatterkino dem ebenfalls der Kopf fehlte, der aber funktionierte. “Martyrs” ist krank, brutal und leider auf eine Weise interessant und beschäftigend, die diesen Film nur für ganz wenige ertragbar macht. Muss man nicht sehen und werten will ich den Film auch nicht.

“Zweifeln Sie!”

Seppuku Paradigm – Your Witness

Es würde mich übrigens wundern, wenn der Film weiterhin uncut verliehen und vertrieben wird. Mark my words.

Was man(n) an Sonntagen so macht…

Es kommt ja immer darauf an in welcher Familiensituation man sich befindet. Ich für meinen Teil bin Single und wohne auch allein, da ufern Sonntage in Film-, Internet-, Lese- und Schreibetage aus. Heute z.B. habe ich 3 Reviews geschrieben (“Silverstein”, “Mila Ayuhara” und “The Number 12 Looks Like You”), die auch hier bald erscheinen. Ich habe mir die Dokumentation “Life After People” angesehen (via) und schreibe eine Lektion chinesische Vokabeln ab, um dann Turtles durchzuspielen und ganz viel später “Martyrs” zu schauen.

Sonntage sind toll und zu kurz und nur einmal in der Woche.

pa.de-Review: Seneca – Reflections

Seneca – ReflectionsLabel: Lifeforce Records
VÖ: 30.03.2009

Tracklist:
01. Optical
02. Palehorse
03. Black Gold
04. Carousels
05. Birds
06. Illusions
07. The 29th Day
08. Creator
09. Your Heart In My Hand
10. Names And Faces
11. Reflections

Spielzeit: 32:32 min

Ehrlich gesagt wollte ich dieses Album, nach 1-2 mal nebenbei-hören, total verreißen. Doch vor ein paar Tagen war ich mir sicher, dass in meinen Kopförern gerade ein älterer “All Shall Perish” Song läuft und der endete aber in einem sehr netten und überraschenden Cleangesangspart und war von “Seneca” (Carousels). Man nehme ein paar Cleanparts, Breakdowns, einige nette Riffs, ein bisschen Deathcore und einen guten technischen Sound und tada hier ist der 1000. Metalcoreaufguss. “Seneca” würde man damit unrecht tun, die Jungs schippern im Fahrwasser von “The Eyes Of A Traitor” (die ich trotzdem weitaus besser finde) und klauen hier und da ein paar Ideen, was an sich nicht ganz verkehrt ist, wenn man “Lieber gut kopiert, statt beschissen kreiert.” zustimmen kann.

Da die Produktion klasse und sehr sauber ist, die Spielzeit viel zu kurz und die Einzigartigkeit irgendwo beim copy-und-pasten verloren gegangen ist, wollte ich der Scheibe erst nur 4 Punkte geben. Ein nettes akustisches In- und Outro hat man auch noch in die Spielzeit eingebracht und ansonsten Gitarrenläufe, manchmal nettes Gefrickel, ein paar düstere ich-laufe-wie-ein-Monster-umher-Stellen und Gesangsstellen die nicht weinerlich daherkommen. Da “Reflections” aber mit 2 wirklich guten Übersongs namens: “Birds” und “Carousels” daherkommt und man über Produktion, Sound und Technik nicht wirklich meckern kann, gönne ich es der Band den Zusammenbruch des Hypes zu überleben und mit neuem Material zu kommen, denn Talent ist vorhanden. Ein Album für Fans des Genres mit gewohnten Trademarks. Viel mehr lohnt sich nicht zu schreiben, nur vielleicht, dass es genügend Bands gibt, die es schlechter machen.

06/10 Punkten

Disko:
2009 – Reflections
2006 – Seneca

www.myspace.com/senecaband

pa.de-Review: Agathodaimon – Phoenix

Agathodaimon – Phoenix

Label: Massacre Records
VÖ: 20.03.2009

Tracklist:
01. Heliopolis
02. Devil’s Deal
03. Decline
04. Ground Zero
05. Ghost Of A Soul
06. Winterchild
07. Time Is The Fire
08. To Our Ashes
09. Amongst The Vultures
10. Oncoming Storm
11. Throughout The Fields Of Unshaded Grace
12. Grey Whisper
13. Alone In The Dark (Death Angel’s Shadow) – Bonus
14. Alone In The Dark (Soundtrack Version) – Bonus

Spielzeit: 72:30 min

Diese Asche, hätte von mir aus, auch liegenbleiben können. 5 Jahre nach der letzten Veröffentlichung kriecht also unmotiviert, aber hübsch, ein Feuervogel aus der verbrannten Band “Agathodaimon”.
Ich höre mir ja ab und zu gerne mal die alten “Dimmu Borgir” Alben an und wenn ich dunkle Musik hören möchte tuen “Katatonia” oder auch “Opeth” ganz gut. Was man auf “Phoenix” hört ist ein ein Mix aus (poliertem) Black Metal, ein bisschen Melodic Death Metal (die Prise “In Flames”) und ganz viel Klim-Bimm aus dem Gothic wenn man alles ordentlich püriert und der Existenz ein hübsches Kleid anzieht kommt der 2009-Release von “Agathodaimon” dabei heraus. Es gibt nichts, ich betone nichts, was man nicht bei anderen Bands schon besser gehört hat. Der klare Gesang und die Produktion ist zum Beispeil bei “Scar Symmetry” um längen besser. Gothic und Black Metal haben sich Anno 1998 schon bei Covenants “Nexus Polaris” um Längen besser gepaart und wenn ich düstere Atmosphäre möchte gibt es “The Vision Bleak”.
Hier hört man glattpolierte und uninspierierte Sänger/Schreier/Keifer.

Es gibt aber 3 Songs die durchaus Potential zeigen, da wären “To Our Ashes”, “Oncoming Storm” und “Alone In The Dark” (in beiden Versionen) zu nennen. “Alone In The Dark” ist übrigens auch Soundtrack des sagenhaft-schlechten Uwe Boll-Films (Uwe Boll! – Muhuhahaha). Wirklich schlimm an “Phoenix” ist die Langeweile der Sänger, die cleanen Parts klingen, ohne Witz, ebenso spannend, wie der Massacre Records-Sprecher der in jedem Song 3 mal seinen Satz: “You’re listening to promotional CD, which is property of Massacre Records.” aufsagt.

Die Gitarren haben mir zuwenig Druck und ich kann wenige Highlights der Produktion oder Abmischung ausmachen. Alle Instrumente sind zu hören und etwa gleichwertig säuselt die zu glatte Musik aus den Hörern. Es geht bestimmt besser. Wenn sich “Agathodaimon” nicht mehr ganz so lange Pausen gönnen, mehr eigene Trademarks entwickeln und druckvoller klingen würden, hätte die Scheibe auch bis zu 6 Punkten bekommen können. Ich höre dann lieber wieder “Nexus Polaris”, “Puritanical Euphoric Misanthropia” oder “Pitch Black Progress”.

04/10 Punkten

Disko:
2009 – Phoenix
2004 – Serpent’s Embrace
2001 – Chapter III
1999 – Bislang (EP)
1999 – Higher Art Of Rebellion
1998 – Blacken The Angel
1997 – Tomb Sculptures
1997 – Near Dark (demo)
1996 – Carpe Noctem (demo)

pa.de-Review: Angelreich – The Plague

Angelreich – The Plague

Label: Spook Records

Tracklist:
01. Infection
02. I Am Plague
03. In The Hands Of The Unknown
04. We Are Plague
05. The Face Of Your Fear
06. Deathrider
07. When It Rains, It Pours
08. Contamination

Spielzeit: 24:15 min

Die erste Full-Length (24min – haha!) von “Angelreich”. Ich hab mir das Cover angesehen und dachte das könnte eventuell wie die “Portrait Of The Goddess” (meinem Lieblingsalbum von “Bleeding Through” klingen) und das tut es auch – ein bisschen. Keyboards, Metalcore, Abriss schwarz-rote Ästhetik, Gasmasken – alles da.

“The Plague” klingt gut produziert, hat aber gewisse Ecken und Kanten und klingt nicht immer glattpoliert. In die Spielzeit hat sich ein sphärisches Intro, ein absolut geniales Zwischenstück namens “We Are Plague” und ein Outro gemogelt. Nennt mich eine Pussy, aber diese sphärisch / technoiden / stimmungsvollen Versatzstücke haben es mir total angetan. Wahnsinn, was da an Stimmung erzeugt wird. In einigen Songs wird auch mal kurz clean gesungen, was weder negativ noch positiv auffällt und nach mehrmaligem Hören entfalten auch die Klampfer ihre volle Größe. Ich hab für das Album mehrere Durchläufe gebraucht. Das Geshoute klingt ein wenig nach “Bleeding Through” und die Songs werden dank komplexeren Strukturen nicht langweilig. “Deathrider” (bis auf die Crewshouts – die klingen erzwungen) ist in seiner apokalyptischen Stimmung mein Highlight dieses Releases. “The Plague” lässt sich in einem Rutsch durchhören und macht sich prima irgendwo in der Hardkern-Musiksammlung, weder überproduziert, noch erfindet man das Rad neu, doch hier fühlt man Herzblut.

Wenn die Polen es schaffen auch mal ein “richtiges” Album zu basteln sind noch mehr Punkte drin. Wegen der Kürze (ansonsten sehr geile Scheibe):

07/10 Punkten

Disko:
2009 – The Plague
2007 – To Know We Can Die Is To Be Dead Already (Split-CD)
2005 – Our Minds, Our Thoughts (Split-CD)
2003 – When The Lights Fade Away… Fears Crawl Out (EP)
2002 – Promo CD (demo)

www.myspace.com/angelreich