Santa Slaughter X-Mas Tour

Devil Sold His Soul

Time Has Come

Emmure

Full Blown Chaos (die für As Blood Runs Black eingesprungen sind, welche mit Besetzungsproblemen kämpfen)

Bury Your Dead

in dieser Reihenfolge im schönen Conne Island (Leipzig) zum Abendpreis von 15€ bzw 13,50€ (Vorverkauf).

Los ging es kurz nach 20Uhr mit den Briten “Devil Sold His Soul”, diese boten, mit überragendem Sound, einem noch sehr kleinen Publikum ihre epische Screamomischung um die Ohren. Für deren Sound nehme man “Godspeed You! Black Emperor” oder wahlweise “Explosions In The Sky” und püriert diese mit “Underoath” und dem Gitarrensound von den “Deftones”. Das Publikum zeigte sich klatschend und mitnickend. Ich kann mir auch nicht vorstellen zu dieser Musik zu tanzen, mitnicken und mitfühlen ist aber durchaus möglich. Klasse Opener! Die Ansagen hätten dem englischfremden Publikum aber lieber deutlicher oder langsamer vorgetragen werden können. Cheers = (aha) Tschüss?!?

“Time Has Come” als Hamburger Vertreter der Extrem Musik, waren nach meinem Empfinden der schwächste Act des Abends. Die Musiker haben ordentlich zu tun (besonders der Gitarrist!) und der Sänger bot eine variantenreiche Schreiperformance. Nicht ganz mein Bauststelle, da “Time Has Come” nicht sehr häufig zu gemeinsamen Melodien zurückfinden, sondern meist einen ganzen Song lang im Chaos verweilen. Die Ansagen waren nette verbale Angriffe gegen MySpace-Jünger, Cappiträger und Fashioncoretypen, meiner Meinung nach berechtigt, aber beim dritten Mal ausgelutscht.

“Emmure” die Band auf die ich mich am meisten gefreut habe. Die Brootalkids (wer nicht weiß, wer die sind – bitte auf yourscenesucks nachsehen) nahmen den Platz vor der Bühne ein und der Brachialsound mit heftigster Stimmgewalt brach los. Die Stimme kommt live sehr heftig rüber, aber leider steht die Band (ausgenommen der Sänger) sehr statisch auf der Bühne herum und auch im Pit tanzt man dazu eher bedächtig und mit aufgeblasenen Hamsterbacken, leicht schunkelnd. Nach einem Ausflug in die tanzende Menge, der nur kurz dauerte, weil mir die Sache doch zu weich war, hab ich mir den Rest der 50%/50% Mischung alten und neuen Materials der Band gegeben. Solide, aber nichts besonderes, es reicht die Band auf CD zu kennen. Schade auch, dass man sich nicht traut die Songs mit Gesangsstellen live zu performen (dann ist man ja auch nicht mehr brutal, ne?) Und nein – “Won’t You Be My Bride” ist kein so cooler Singalong wie “Bury Your Fuckin’ Dead” oder der Teil aus “Revival Never Goes Out Of Style”, heißt diesen Part mitzuschreien macht nur im Moment der Musik Spaß, danach ist es eher lächerlich, aber das sind nur meine 2 Cent.

Es folgten die supersympathischen und genauso gut frühstückenden “Full Blown Chaos” wie die Mannschaft um den Emmure-Sänger. Meiner Meinung nach ist der Stil von Full Blown Chaos nicht länger als 30 Minuten zu ertragen, da die Songs durchweg nach Schema-F konstruiert sind und dann Langeweile aufkommt. Auf der Bühne und vor der Bühne zeigte sich mehr Bewegung als bei Emmure und auch ein paar kleinere Circlepits wurden losgetreten. Englischkenntnisse haben sich auch nicht “improved”, oder haben wirklich die ganzen Typen, die den Arm gehoben haben, dem Säänger ein Bier und ne Bockwurst ausgegeben? Tolle Typen, mit gutem Sound und sehr authentisch! (einzig die Ansage, wer jetzt nicht mosht bekommt sein Gesicht gebrochen und “first one to bleed gets a free-shirt” gab Minuspunkte) Die Zeiten als ich mit meinem Bruderherz, als wir “Hatebreed” als Vorband von “Sepultura” im Südbahnhof (Chemnitz) sahen und noch nicht kannten und uns dort blutige Nasen und Lippen holten und uns dann freuten sind doch vorbei.

“Bury Your Dead” gaben mit einem sehr Cover-Your-Tracks-lastigen Auftritt einen würdigen Headliner. Die Reihen im Publikum haben sich seit Emmure leicht gelichtet, nach denen übrigens ein paar Hipster mit immernoch blendend weißen Schuhen aus dem “Tanzbereich” traten (das ist jetzt doch neu, das man sich schick anzieht – wie Oberbollo und es dann nicht versteht die Tanzschritte aus dem Ninjahandbuch darzubieten). “Bury Your Dead” sind live – eine Bank. Noch sympathischer und spielfreudiger als die Kollegen von “Full Blown Chaos” spielte man sich munter durch das Set und es wurde sehr schön “ge-two-stept” (Woohoo!) und herumgesprungen. Die High-Five-Ansage mündete in verständnisslosen Gesichtern und bis zum Schluss blieb die Stimmung hier sehr nah am Wohlfühlpunkt – bester Act des Abends und das Bühnebestürmen, war schon fast, aber nur fast, wie vergangenes Jahr zur Hell On Earth mit Walls Of Jericho

Toller Abend! Passender Preis. Ganz nette Leute, bis auf ein paar Bewegunglegasteniker unter den Bollos. Schön! 

2 thoughts on “Santa Slaughter X-Mas Tour Conne Island

  1. verdammt..ich wollte auch hin musste aber dann doch arbeiten. Devil sold his soul haett ich zugerne gesehen. Emmure waren das letzte mal schon ganz gut, aber auf platte definitiv besser.trotzdem angesehen haett ich mir die schon nochmal…Bury your dead find ich mit dem neuen Material und Saenger nicht mehr interessant. aber cooler bericht

  2. Danke dir! Ich muss aber sagen das die neuen “Bury Your Dead”-Sachen durchaus ein Fortschritt sind, mit abgefahrenen Schlagzeuguntermalten Brakdowns heben sich die Jungs vom Breakdowneinheitsbrei anderer Band positiv ab und die haben eine saugeile Bühnenpräsenz. “Devil Sold His Soul” war wirklich sehr gut und irgendwie tief. Emmure waren gut, aber hüftsteif, etwas zu routiniert und könnten sich ruhig mal trauen die Gesangsstellen einzubauen, aber vom Sound her auch klasse, da gab es nicht viel zu meckern.

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