Das hat ja ein wenig gedauert. Doch wie versprochen hier Neuigkeiten von mir. Es sind etwa 5 Monate (fast 6) seit der Ankündigung der Pause vergangen. 5500 Kilometer Luftlinie wurden überwunden (was auch weiter die Distanz zu meiner Freundin für eine Weile bleiben wird, was aber durch moderne Technik erleichtert wird). 7 Jahre Lebensmittelpunkt China wurden auf Lebensmittelpunkt Erzgebirge umgestellt. Fahrbare Untersätze wurden versorgt (Fahrrad und Auto), eine Wohnung sowie der Großteil des Inhaltes einer solchen wurden angeschafft. Arbeit wurde begonnen und der Garten lebt und arbeitet ebenso.

Noch habe ich zum Schreiben keinen neuen Rhythmus gefunden, das ist aber bestimmt ähnlich wie mit meinem Verdauungssystem, denn da hat es auch ein wenig gedauert, bis alles wieder super läuft.

Eigentlich sollte dieser Artikel auch schon seit 4 Wochen hier online stehen, jedoch ist eines der Plugins beim updaten ausgerastet und hat mir und allen Lesern den Zugang verwehrt, das musste erstmal wieder gebaut werden und der damit einhergehende Spam gemanaged werden.

Als allererstes möchte ich mich bedanken. Es ist beeindruckend wie ich wieder von Freunden, Bekannten und Familie aufgenommen wurde. Ich bin zutiefst dankbar für jedes Lächeln, jede helfende Hand (meist handwerklich ;-)) und jedes wirklich interessierte Gespräch. Ich kann jedem nur wünschen eine solche Menschenschaar wie ich sie habe um sich herum zu haben. Es ist auch wirklich toll eine, ich muss es einfach mal neudeutsch sagen, Community hier zu haben. Zum Beispiel setzen wir uns in Rittersgrün für den Erhalt des dortigen Freibades ein (mit Arbeitseinsätzen etc.), auch weitergehend unterstütze ich die Region und Menschen hier gerne. Es erinnert mich auch immer ein wenig an die Diskussion die Joe Rogan und Sebastian Junger hatten über Gemeinschaft, Zusammenhalt und ‘Tribes’ (hier auch einmal als Buch von Sebastian Junger, da der Podcast schon erweiterte Englischkenntnisse braucht, habe aber keine Ahnung ob das Buch so interessant ist wie die Diskussion, habe es selbst nicht gelesen). Auf jeden Fall scheint es ein Grundbedürfnis zu sein als Mensch sich in einer Gemeinschaft und Gruppe einzubringen und gegenseitig zu helfen und die Anonymität zum Beispiel einer Großstadt eher unseren Instinkten widerspricht.

Es sind kleine Dinge die mich noch immer jeden Tag beeindrucken, so zum Beispiel dass aus meinem Wasserhahn innerhalb von Sekunden fast kochend heißes Wasser mit Druck kommt, ebenso dass ich dieses Wasser trinken kann. Ein super schnelles und freies Internet. Freundliche kurze Unterhaltungen über den Gartenzaun oder auch sonst überall, ohne das mich jemand fremdes als spätestens zweite Frage fragt wie viel ich doch verdiene. Auch Auto fahren ist mir wieder enorm an’s Herz gewachsen, vermisst habe ich es nicht, aber nun, da ich wieder fahre, genieße ich es in vollen Zügen. Dann natürlich noch das Grün und die Natur. Nicht nur mit den eigenen Sinnen wird mir täglich klar warum ich hier wieder und gerne bin, nein, auch online sind Aktionen und Internetseiten eine Bestätigung hier richtig zu sein. Checkt doch mal das Wirtschaft im Erzgebirge Portal oder Glücklich im Erzgebirge. Alles toll!

Außerdem habe ich wahrscheinlich eines der schönsten Wochenenden meines Lebens hinter mir. Gerne beschreibe ich das mal im Detail:

Das Wochenende wurde kurz nach der Arbeit eingeläutet. Dann kurz in meinen Garten:

wo sich viele Bohnen, Kohlrabi, Kartoffeln, Lavendel, Erdbeeren und auch einige nicht essbare Pflanzen zu Hause fühlen, wie auch ich. Dann ging es mit meinem Kumpel in seine Singstunde in der erzgebirgische Mundartlieder bei Bier gesungen werden, finde ich klasse, träller ich dann auch kurz mit. Dann eine kleine Wanderung an den Waldrand und ein Bierchen und Gespräche die bis zum Sonnenuntergang, der im Moment übrigens ziemlich spät kommt, dann nach Hause und ein Gläschen Wein während ich bei ein paar Folgen ‘Penn & Teller: Fool Us!‘ den Tag ausklingen lassen. Fool Us ist genial, es ist quasi ein ‘Deutschland sucht den Superstar’ Equivalent für Zauberer und Zuschauer mit mehr Niveau. Vielleicht ist es auch was für Kinder, ich jedenfalls fühle mich immer wie ein Kind bei der Sendung, weil einige Sachen mich wirklich aus den Socken hauen, es ist einfach eine Art Urinstinkt wenn die Sinne veralbert werden. 

Samstag morgen startete dann mit Frühstück (fällt unter der Woche aus wegen intermittierendem Fasten) mit Kaffee, getoastetem Brot und Käse in allerhand Varianten, da mein Käsehunger/-appetit/-mangel noch immer auf Stufe 11 ist seit dem Verzicht (zum größten Teil) in China. Beim Frühstück lief dann Luke Cage Staffel 2 (finde ich besser als die erste Staffel) und dann ging es in den Garten. Dort zuerst ein Bier und ein von meinem Kumpel geliehenes Marvel Comic (Punisher Blutspur, nachdem ich Planet Hulk und Hawkeye Mein Leben als Waffe – übrigens sehr zu empfehlen – eines der besten Marvel Comics überhaupt, bin sonst eher der DC Leser und Fan) gelesen. Dann entschied ich mich die Hecke zu kürzen – ein etwa 2 Meter hohe Lebensbaumhecke die ich etwa um die Hälfte kürzen wollte. Gesagt getan und kein elektrisches Hilfswerk am Start also mit einer Gartenschere los. 3 Stunden später war die Hecke um die Hälfte gekürzt und hässlicher als zuvor weil das Holzwerk im Inneren hervorschaute. Ich fühlte mich erfüllt und sah die Früchte meiner Arbeit. Danach hieß es kurz unter das Wasser und dann auf das Fahrrad in Richtung Rittersgrün und das Freibad um dessen Erhalt ich und viele andere Badebegeisterte kämpfen. Nach einer Stunde und 500 Höhenmeter sowie 16 Kilometer fand ich mich dort um den Bademeister das Bad verlassen zu sehen. Also ab zu meinem Kumpel und dort in seinem Vorgarten ein Feuer in der Tonne gezündet und mit einigen Bier wird der Abend eingeleitet. Mehr und mehr Freunde finden sich um die Tonne (quasi New York Style) ein, dann wird eine Pizza bestellt und Obstler macht zusätzlich zu dem Bier die Runde. Lokalpolitik und Umstände im Ort werden bis spät in die Nacht diskutiert. Dann geht es ab in’s Bett (bei meinem Kumpel), ein anderer Freund gesellt sich später zu mir im Schlafgemach und wir ringen 3 Uhr 30 für eine Stunde bevor wir erschöpft einschlafen. Dann am nächsten Tag wachen wir zu Anbruch des Mittags auf und fangen an zu kochen. 3 Jungs mit anderthalb Kilo Fleisch und Pommes aus Süßkartoffeln und Kartoffeln und Zwiebeln mit frischem grünem Apfel und ein Bier dazu. Nach diesem grandiosem Essen ging es dann in das Freibad und mit mehr Bier und weiteren Ringeinlagen sowie viel Spaß und Volksmusik und anderem Gelächter nahm der Tag seinen Lauf. Danach machte ich mich auf den Nachhauseweg, nun muss man wissen dass im Freibad der Internet und Handyempfang eher dürftig sind, aus diesem Grund zeigt mein Handy in der Mitte des Dorfes an, dass meine Schwester und ihr Ehemann mich versucht haben anzurufen, so rufe ich zurück. In Raschau stellt sicher heraus, dass mein Schwester und Familie mich besuche wollten in meinem Garten, sich dann zu dem Zeitpunkt in dem gleichem Ort befanden und in einem spanischem Restaurant den Tag ausklingen ließen, ich schloss mich spontan an. Mit tollen Gesprächen ging es weiter und dann machte ich mich von dort weiter auf den Weg nach Hause, doch kurz vor meinem Ziel hielt ich noch bei einem Kumpel im Ort an, dort wurde gerade zu Abend gegessen und ich wurde eingeladen und mit Bier, Essen und Gesprächen ging der Abend weiter. Nach diesem Abstecher die 400m nach Hause und geduscht, rasiert und  mehr Netflix bis auf dem Sofa eingeschlafen wurde, ist dann das Wochenende und eines der schönsten Wochenenden meines Lebens vorbeigegangen.


Now let’s do this article in English, which may or may not show that language influences your experiences in life but definitely shows how limited/different ones expression in written form is.

So this has taken quiet a while. As promised here are the news from me. It’s been about 5 months (almost six) since I wrote that I am going to take a break. 5500km in distance have been covered and are being covered daily to keep in contact with my girlfriend (which is made possible by technology). 7 years of home base China have been changed back to home base Erzgebirge (it’s the most awesome low mountain range in Germany). Vehicles had to be bought or maintained (a bicycle doesn’t look too great standing around for 7 years) , a flat hat to be rented and furniture and whatever makes it liveable had to be organised. A place to work had to be organised and started and my garden is living and breathing like I am.

I don’t seem to have a rhythm for writing on here yet. This might be similar to my digestive system that had to adapt as well and got used to the more nutrient dense diet here.

This article should have been up like 4 weeks ago, but the plugins ran amok and I was unable to log in and write or read as well as all my readers. Of course this had to be fixed and the income of spam had to be managed, which wasn’t too much fun, but an exercise in site maintenance.

First of all I’d like to express my thanks. It’s simply overwhelming how friends, acquaintances and family invited me back into their lives. I’m so grateful for every smile, every helping hand (most of the time handymen work ;-)) and every truly interesting discussion. I can only wish for everyone to have such an amazing bunch of humans around or say to have a close-knit community like this. For example we have this pet project at the moment where a couple (maybe 100 people or so) voluntarily work to keep our local swimming pool up and running and save it from being closed. It’s in Rittersgrün (here the wiki in German with pictures, maybe I should translate that one too) also known as the greatest village on earth. This community reminds me strongly of the stories mentioned in the Joe Rogan podcast with Sebastian Junger here. So it seems to be a basic need for us humans to have a community or group (or ‘tribe’ to use the name of the Sebastian Junger book) and help each other out instead of disappearing and growing cold in the anonymity of a big city which contradicts our instincts.

It’s the little things that impress me on a daily basis, for instance that the water from the faucet is drinkable and comes out with decent pressure and is scolding hot in seconds. A super fast and free internet (even though with pop-ups informing me about the usage of cookies on every page). Friendly short conversations in passing or across the garden fence and it hasn’t happened yet that a stranger asked what I make as the second question in the first conversation with a person ever. Driving in a car is something I haven’t missed at all but I have grown to love it again. And it goes without saying that I enjoy the outdoors, the greenery and nature here. Not only do I perceive this with my own senses, there is also a portal and websites that promote this very region which in turn confirms that I made the right choice to be back here. Here is the economic portal of the region and a site called happy in Erzgebirge. All great!

Furthermore I might have had one of the most beautiful weekends of my life. Let’s describe that in a bit more detail:

The weekend started shortly after work in my garden (for the picture you can scroll up, if the lush greenery there has been ignored for some reason). In my garden grow beans, kohlrabi, potatoes, lavender, strawberries and also some non edible plants and found a home and place to rest like I did. After that relaxing visit I joined ma friend in his local singing club and because I find that awesome I joined in for song or two. They mostly sing traditional folk songs and songs in the local dialect. Shortly after we walked to the edge of the woods and had some beer, some interesting discussions and watched the sun go down, which happened pretty late and was impressive. Heading home I decided to open a bottle of wine and indulge in some episodes of ‘Penn & Teller: Fool Us!‘. Fool Us is genius and basically ‘The Voice’ for magicians and made for viewers a tad more sophisticated. Maybe it’s for children, but it definitely makes me feel like a child, because there are things that just baffle and surprise me which might be some sort of basic instinct when senses are fooled in this way.

Saturday morning started with breakfast (that’s not happening during the week because of intermittent fasting) with coffee, toasted bread and cheese of different variants, since my cheese cravings are still turned up to eleven after the lack or fast of it (most of the time) in China. During the breakfast throughly entertained by Luke Cage season 2 (I find it much better than season 1) and after that a trip to my garden. There a beer was opened and a comic that a friend gave me (Punisher Circle of Blood after I had already finished Planet Hulk and Hawkeye: My Life as a Weapon – which I can highly recommend, maybe one of the best Marvel comics I read, as I am more of a DC reader and fan). Then I decided to shorten the hedge a bit, it was a 2 meter high thuja-hedge, I decided to half it. So with no power tools I started to go to town with a set of garden shears. 3 hours later the hedge was half as short and ugly with a lot of space and wood poking out in the middle. I felt accomplished and had a good look at what I have done. So I jumped under the shower and headed via bicycle to Rittersgrün and the swimming pool there that we are trying to save. 1 hour and 500 meters altitude and 26 kilometres more I found myself there with the lifeguard leaving the place. Bummer! So I rode up to my friends house and New York style we stood around a burn barrel, talked, had beers, some schnaps and ordered a pizza. Local politics and things going on in the hood were discussed until late at night. As it was time for bed (at my friends place) another friend joins me there and for some reason we wrestle at 3.30am until we fall asleep exhausted. The next day the three of us at the break of noon start to cook. 3 dudes with 1.5 kilos of meat, sweet potatoes and potatoes cut to fries, onions with a bit of green apple and a beer for everyone. It was magical! After that we headed to the swimming pool where more beers and some more wrestling took place with a lot of fun, folk music and laughs the time flew by. So I made my way back home and because of the lack of mobile phone coverage in the swimming pool mid-village I see that my sister and her husband have tried calling me, so I call them back. My sister answers and explains they wanted to visit me and see my garden, but haven’t reached me so they are in a Spanish restaurant 2 villages away and I was just riding through said village. So I joined them there and we had a great time. Now back to my flat I stop by my friend that lives 400 meters away and I catch them eating dinner and we drink beer, talk, laugh and eat a couple of hours away. Back in the flat I shower, shave and fall asleep watching Netflix having had one of the most beautiful weekends of my life.

 

 

 

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.