Handtaschendiskussion

Diese Woche gab es eine immens spannende Diskussion – um Handtaschen – genauer um die Tasche in der Frauen ihre Schminkutensilien, Make-up etc. herumschleppen und nur jene wissen, was darin ist.

Die Diskussionsgruppe bestand aus meinem besten Kumpel (der Einfachheit halber: aus Kanada), ein Italiener, 1 1/2 Russinnen (Rosinen? (eine halbdeutsch), ein Japaner, ein Pole und meine Wenigkeit. Die Diskussion startete mit dem Erspähen einer Handtasche und der darauffolgenden Feststellung das in China außergewöhnlich viele Männer die Handtaschen ihres weiblichen Gegenstückes durch die Gegend baumeln/tragen/schwingen/halten.

Die (Selbsthilfe-) Gruppe spaltete sich in 2 Lager – die “ich trage die Handtasche natürlich” und die “ich trage die Handtasche bestimmt nicht”. Ich gehörte und gehöre der zweiten Gruppe an.

Zuerst gilt es festzustellen, denn dies hat zu Anfangs für Verwirrung gesorgt, dass es um die kleine (meist selbstgepackte) Tasche geht die, die Dame von Welt permanent mit sich herumschleppt. Wir sprechen nicht vom Supermarkteinkauf/Schultasche/Handtasche mit Windeln (Schulbüchern, Wandergepäck) whatever.

Es geht mir nicht darum mit einer Handtasche schwul (ich bin nicht homophob) oder sonstirgendwie “komisch” auszusehen – damit habe ich kein Problem. Es geht um diesen Wettbewerb – den “Shittest” – den “bist du meine Bitch Test” – um die Nichtemanzipation in der Emanzipation, um die Aussage die hinter ich trage deine 200g Tasche, wenn du mich darum bittest. Es geht also vom Atom zum Universum und zurück. So oder ähnlich verlief auch die Diskussion.

Ja, es wurde hart diskutiert und am Ende kamen wir zu einem interessanten Diskurs (danke Michael) – wahrscheinlich ist das Geschmackssache. Ich denke, ich werde nie an eine Dame geraten, deren 200g Handtasche für sie zu schwer ist (nochmal: Sonnenbrand, Arm ausgekugelt etc. – ja, ich trage die dann) und mich dann noch fragt diese für sie zu tragen, nein, diese Frau könnte ich kennen, aber sie ist dann garantiert nicht meine Partnerin, mein bester Kumpel hingegen kann sich diese Situation vorstellen und trägt die Handtasche sofort nach der Frage, laut ihm ist ein Grundsatz, ich würde eher sagen: “Ach Schatz, dann nehm halt beim nächsten Bergbesteigen den lebensgroßen Schminkspiegel doch nicht mit!” und ich hoffe die imaginäre Freundin, die ich mir nur unter körperlichen Schmerzen vorstellen kann, da sie mit der 200g-Handtaschenfrage daherkommt bringt beim nächsten Mal nützliche Dinge mit – vielleicht “gesunden Menschenverstand”, der ist manchmal so rar, dass er eine Fähigkeit für Superhelden ist, oder Frauen die eher zu mir passen…

Hong Kong oder der bisher größte Aprilscherz ever

Am 31.03.2010 dachte ich darüber nach nicht zu schlafen, weil ich am 01.04.2010 verdammt früh (4 Uhr) aufstehen musste, um an den Pudonger Flughafen zu kommen, von dort 8 Uhr nach Hong Kong zu fliegen und mein Visa in ein Arbeitsvisum zu ändern. Kurze Geschichte lang:

Am 31.03.2010 suchte ich mit Arbeitskollegen und Michel nach einem Fitnessstudio (cool 3 ‘s’) um die 4kg loszuwerden und überhaupt. Unser Favoritenfitnessstudio (15 – 20 Euro) im Monat macht erst am 18.04.2010 auf und die anderen beiden boten nicht einmal ein kostenfreies Probetraining an, was mich wütende – ich sage allen meinen Freunden die sollen nie in euren Schuppen kommen – Sätze sagen ließ. Nach 4 Muckibuden (die alle 100 yuan / 10 Euro) pro Probetraining haben wollten – gab es stattdessen ein Essen und Bier und einen Anruf das die Visaänderung 170 Euro kostet, die ich mal kurzfristig auslegen möchte. Konnte ich nicht und die Nacht zog sich dahin und ich bekam die Visabezahlung im roten Umschlag miteingepackt.

4 Uhr aufgestanden, ein Taxi gesucht und den langsamsten Taxifahrer der Welt gefunden, der mich dann zum Flughafen fuhr. Dort wurde mir mitgeteilt mein Flug starte erst um 9 Uhr. Danke an die Planungstalente der Flugfirma, die beten und empfehlen 3h vor Abflug am Flughafen zu sein. Also Frühstück und Kaffee am Flughafen und dann gegen 7:30 eingecheckt und Schere verloren, die im Federkästchen (solche Worte sollten nicht vergessen werden, siehe auch: Nicki) war – schade. Flieger landet gegen 13 Uhr im wunderschönen und warmen Hong Kong (zu diesem Zeitpunkt sollte ich schon den guten Herren der Visaagentur (2 ‘a’) treffen, also Geld getauscht, Simkarte gekauft, Story erzählt und man traf sich gegen 14 Uhr in “Tsim Sha Tsui”, der Mann schwitzte wie ich und meinte es ist nicht nötig und sinnvoll mein Visum zu ändern und wenn, dann dauert das bis zum 08.04.2010. Aha! Wieder telefonierte ich, der Mann und meine Freunde und Kollegen. Man hat vergessen, dass Hong Kong nur so 90 % China ist und da Wochenende manchmal nicht gearbeitet wird, vor allem nicht wenn das Totenfest ansteht (auch “Tomb Sweeping Day”). Schade, ich war “sinnlos” in Hong Kong. Kein April, April, aber mir gefällt es dort ja.

Ich wanderte den ganzen Tag durch die Gassen und Straßen von Hong Kong, verlief mich absichtlich und lief solange bis meine Beine und Füße schmerzten, um dann im Hostel einzuschlafen. Am Morgen fuhr ich mit der Fähre nach Hong Kong Island und lief wieder, aß, lief weiter, machte Fotos, wurde von Mönchen angebettelt die irgendwelche Klöster aufbauen und von netten “Mitausländern” gerettet (“Ey Buddy! Don’t let them fool you, they do that all day.”). Hongkonger sind freundlich, etwas gebräunter als der Rest Chinas und wie ich finde – meistens besser aussehend.

Lange Geschichte kurz:

Diese Woche Freitag geht es wieder nach Hong Kong, diesmal in Begleitung meines besten Kumpels und einem Arbeitskollegen. Der 01. April und das Totenfest ist auch vorbei und ich habe die Möglichkeit wieder in Shirt und Shorts zu schwitzen.