Was ich so mache…

… ich habe Michels Geburtstag bis spät in die Nacht mitgefeiert, ich probe meinen Text und nutze mein schauspielerisches Talent um die Show im deutschen Expo-Pavillion bestmöglich zu performen, ich spreche viele Leute in China an und ich mache manchmal Essen – so z.B. heute morgen.

Es gab die Spaghetti aus dem Westpaket – lecker. Michel und Guy haben mitgegessen und “echten” Kaffee gab es auch (heißt: nicht süß, aus der Kaffeemaschine und original von IKEA).

Was ich auf der EXPO mache? Ich bin Jens (kann man auf der Internetseite des deutschen Pavillions mal suchen) und wahrscheinlich muss ich eine meiner Lieblingsfarben tragen (türkis) – nicht (funktionieren diese NOT-Witze eigentlich in deutsch?). Nebenbei sehe ich was in Vorbereitung einer Weltausstellung ab- und schiefläuft, begutachte die Arbeitsweise einer Marketingfirma und bekomme Einblicke in diverse Auswahlverfahren und treffe viele neue Leute, bringe diese zum Lachen und freue mich insgesamt recht viel.

Michels Geburtstagsparty war natürlich wieder superinternational und supercool. Etwa 40 Gäste in unserer Wohnung. Einen ganz großen Stinkefinger an den Vollaffen der Michels Bacardiflasche entführt hat – wieder her damit oder wir kontaktieren “Jack Bauer” und bis dahin wünschen wir den Blitzeinschlag beim großen Geschäft. (hat der funktioniert?)

Ich muss wieder was machen – am besten Film schauen oder Platz auf der Festplatte schaffen. Danke Kulturflatrate Chinas…

EXPO 2010 Shanghai – Here I Come

Wooooohooooo! Ich bin Showstar auf der Expo, im deutschen Pavillion und überhaupt…

Heute haben im “People’s Park” ein paar Leute ein Polizeiauto mit einer Sitzblockade gestoppt, 3 Polizisten konnten nichts machen, dann kam ein laut schimpfender Polizist und die Leute haben Platz gemacht. Ich weiß nicht um was es ging und ich fand es interessant und komisch (im Sinne von strange) zugleich. Ich begann Kopfkino – “…aus ihren Häusern Vertriebene? … Ramsch- und Fakeverkäufer? … Parkspaziergänger die nicht wollen das Polizeiautos hindurchfahren? “.

Mein erster Schultag war übrigens auch lustig, ich mochte meine Klasse, bis auf den nervigen Kasachen der immer hineinruft und 2 Zeichen schneller als die Klasse ließt und schneller antwortet als “Lucky Luke” schießt. Ich war mit meinem besten kanadischen Kumpel in einer Klasse, doch nach 3 Tagen habe ich die Klasse gewechselt. Der Kasache war ja zu ertragen, aber die Lehrerin – lacht nicht bei meinen Witzen und auch so versteht sie wenig Spaß und lächelt viel zu wenig. Nun bin ich in einer Klasse mit einer sehr jungen (mein Alter) und süßen Chinesin als Lehrerin und einer anderen Lehrerin die auch sehr viel lächelt und sogar ein bisschen Deutsch kann. Ich werde die Tongji vermissen, aber mit meinen Lieblingsleuten in Kontakt bleiben und ab und an vorbeischauen.

Heute wird mein Castingerfolg gefeiert!

Treffen, treffen und ein bisschen China!

Ich habe einen japanischen Kumpel, der kann eine Menge lustige Deutsche Sätze sagen: “Du Pimmel!”, “Fleischpeitsche”, “Hanswurst”, “Deine Mutter schwitzt beim Kacken!”, “Was geht?” und “Geschafft!” – einige Aussagen habe ich ihm beigebracht – ihr dürft raten welche. Er spricht alles super aus und kann “Günther” (der Sänger – “Uh!, You touch my trallala…”) sagen und das klingt dann wie “Gündoor”. Stark! Obwohl er kaum Englisch versteht, kannich mich prima mit ihm verständigen und irgendwie würden wir gut eine Comedypaarung ergeben, denn er ist lustig ohne es auch nur zu probieren – ich arbeite hart und vielleicht die Hälfte meiner Witze sind witzig.

“Tritt ein, lerne schießen und triff Freunde” ist ein unglücklich gewählter Werbespruch für die Mitgliedschaft in einem Schützenverein – hat es aber gegeben (finde den Link aber nicht). Treffen können auch schiefgehen, z.B. wollte ich damals in Peking meinen Kumpel aus Kanada treffen (also persönlich und was unternehmen) und das klappte nur halb, wir trafen uns kurz vor der Heimreise und zwangen uns Bier und Hot Pot Zutaten in den Magen, denn Zugtickets haben eine kurze Halbwertszeit. In Hong Kong konnten wir uns leider überhaupt nicht treffen, mein Kumpel ist ein Riesendisneyfan und wir wollten gemeinsam dorthin gehen, er stand derweil mit gefrorener Visakarte an der Vietnamnesischen Grenze und fuhr mit 3 Chinesen nach Shanghai heim (mit Unfall unterwegs und Fast Food – es gab das Huhn, welches 2 Minuten vorher um den Tisch geflitzt ist).

Treffen verliefen ja auch früher immer unterschiedlich ab und manchmal frage ich mich, wie das, so ohne Handy funktioniert hat. Als ich klein war, trafen wir uns um im Wald rumzurammeln (ein Schelm wer böses hierbei denkt) und einmal musste einer meiner besten Kumpels – eine Zugehörigkeitsprobe ablegen und er stieg allein, am späten Nachmittag in ein seit langer Zeit leerstehendes Haus und einen Beweis aus Raum X bringen. Ohne Zögern ging er los und kam mit Beweis zurück – das nenne ich Eier. Apropos Eier – mir ist nicht so richtig wohl, vorige Woche hatte ich 2 Tage an denen ich fast nichts essen konnte und Durchfall und sonen Mist – hab aber keinen Reiniger gegessen sondern “Gong Bao Ji Ding” (Reis mit Hühnerfleisch, Nüssen und Scharf) – egal! Ich nehme das als Start in meinen wieder-in-Topform-komm-Plan, der beeinhaltet weniger Bier, weniger ungesundes Essen und mehr Sport. Ich möchte gern nach Deutschland in besserer körperlicher Form kommen, als ich das Land verließ – deshalb sollen 5 kg runter. Ich schreib das hier rein, damit ich mehr Druck habe.

China ist mir immernoch sehr wohlgesonnen und morgen findet das zweite Casting für meinen Job auf der Expo statt und ich freue mich darauf. Ich als Aushängeschild für Deutschlands cosmopolitische Jugend – der Gedanke gefällt mir. Expobauarbeiten werden von Michel immer gut bildlich dokumentiert und vor der Haustür entstehen immer neue Gebilde und die “Best Urban Practise Area” (was auch immer das ist) auf einer vormals neu errichteten Straße, Schutt und Müll den Bauarbeiter täglich hinterlassen – irgendwie lustig und auch ganz schön China.

Ich empfehle mich…

Disneyland und verpasste Treffen

Wenn man sich nicht trifft, ist das dann ein Treffen?

Disneyland in Hong Kong ist schon eher für kleine Kinder oder bis 14 Jährige, aber auch als “Erwachsener” kann es dort ganz herzerwärmend sein. Nach/auf/ins Disneyland fährt man mit einer eigenen Metro, diese hat Mickey Mouse Fenster und die Disneycharaktere stehen als güldene Statuen in Vitrinen, mit anderen Worten süß. Ehrlich gesagt hatten wir auf der Fahrt Angst, Kinder und Chinesen die wie Kaputte in diesen Zug stürmen? Bitte?

Disneyland kostet umgerechnet ungefähr 35 Euro und wir erwarteten einige Fahrgeschäfte wurden aber größtenteils enttäuscht.

Halt! Herzerwärmend – wie ich bereits berichtete waren wir in der Festwoche des chinesischen Neujahrs in Hong Kong, was einige Schwierigkeiten und weniger Geld in der Urlaubskasse brachte, aber auch folgendes – in der Mickey Mouse Bahn bot eine jüngere Familie einer älteren Dame (ich sag jetzt mal Oma) den Platz an. Oma setzt sich neben die beiden etwa 5 Jährigen Kinder und gibt beiden einen roten kleinen Umschlag, dieser wird von beiden Kindern geöffnet und darin befinden sich jeweils 20 HKD (2 Euro). Wahnsinnig schön, von Leuten die sich nicht kannten – hab ich so noch nie gesehen und mein Herz hat gehüpft. Sehr schön.

Später verließen wir den Alltag und traten in eine magische Welt, in der z.B. das Wasser auch mal magischerweiße das 4 fache als im Alltag kostet, aber ich will mal nicht meckern. Zwischen all der ausgeklügelten Psychologiekinderverführung steckt wirklich allerhand Magie.

Disneyland Hong Kong ist in Spaceworld, Adventureworld und äh Gayworld, ne Magicworld oder so unterteilt (letztere ist die mit dem Schloß und den Sachen für Mädchen). Spaceworld ist lustig – ich mag und bin ja Buzz Lightyear ein bisschen ähnlich und schlug meinem Kumpel zweimal im Ausserirdischenerschießen in 360 Grad drehbaren Wagen. Danach Achterbahn im Dunkeln, nach 45 Minuten anstehen (Speedtickets sind vor allem bei grinsenden dicken Indern beliebt) ein witziges Erlebnis, wenn auch zu kurz – übrigens treibt das den Puls am Höchsten. Danach ging es zu Stitchs Show (in kantonesisch) wir haben nix verstanden, aber uns gewundert wie der animierte Kollege auf dem Bildschirm mit den Leuten im Raum reden kann (später mehr dazu).
Dann wollten wir uns nicht für die Autobahn anstellen (1,5 h – nein danke – haben wir am Schluss trotzdem gemacht und festgestellt, dass das lustigste, sich anstoßen, am meisten Spaß macht, verboten ist und den Wagen kurzzeitig ausschaltet – haben bei den Wartezeiten sicher die Chinesen auch alle ausprobiert). Adventureland war okay, Tarzans Baumhaus künstlich, eine Floßfahrt sehr gelungen mit witzigem Sprecher (Zitat: “Ihr findet es lustig, ich mach das hier 34 mal am Tag”) und die König der Löwen Show ein atemberaubender Abriss des Musicals mit tollen Tänzern, Sängern, Kostümen, Figuren und Musik – Klasse. Prinzessinenland war dann lustig bis nervig. In “A small world” fährt man in langsamen Booten durch die Welt (ohne Deutschland) und Kinder singen im Hintergrund das Lied, das man schon in der Schlange zur Genüge gehört hat und man versucht nur schnell zu entfliehen um im Ein-/Aussteigebereich der vierzigsten Wiederholung zu entgehen – irgendwie trotzdem süße gemacht. Mickey’s 4d Magicshow war sehr sehr schön, Wasser, 3d, Gerüche und einige echte Effekte machen das spannender als Avatar (ohne Mist!). Stitch wollten wir uns noch einmal auf Englisch anschauen und der Kerl nahm mich als Gesprächspartner. Wow! Ich hab immernoch keine Ahnung wie das funktioniert. Ich wurde wiedererkannt (als Weltraumgefängnispartner) und Tänzer (ja ich habe mich gerne zur Feile gemacht und getanzt) und ein Foto wurde auf der Leinwand mit dem Wantedplakat gezeigt und mein Name fehlerfrei ausgesprochen und immer wieder erwähnt. Danke dafür, war superlustig und schön.

Am Schluss episches Feuerwerk mit Disneymusik und ein Apperatur die zeigt wie Animationen funktionieren (ein Rondell mit mehreren Toy Story Figuren (je 25/26 Ausführungen) dreht sich superschnell rückwärts, Stroposkopblitze erwecken das Karussell erwacht zum Leben, unglaublich – musste ich mindestens 5 mal anschauen und verstehe es immernoch nicht (ich versteh (oder will auch nicht verstehen) warum tonnenschwere Flugzeuge fliegen). Mit Disneymusik im Ohr wurde diese heile und schöne Welt, in das schöne Hong Kong verlassen.

Eigentlich wollte ich noch über verpasste Treffen schreiben, denn mit meinem Kumpel wollten wir nach Disneyland – aber ich mach es mal spannend und schreibe bei nächsten mal über jenes und meinen ersten Schultag.