Here I am. On the road again…

Metallica – tolle Zeiten, tolle Musik und ich hab nach Jahren der Abstinenz und einem flüchtigen Reinhören in “Death Magnetic” wieder einmal die alten Scheiben rausgekramt und staune wie sehr diese Typen doch den Rock und Metal geprägt haben. “Some Kind Of Monster” deren Doku war irgendwie halblangweilig und sehr demontierend und irgendwie mag ich seitdem Lars Ulrich noch weniger, aber egal.
Mit den Beatles z.B. kann ich nicht viel anfangen, The Who – aber gerne, Kenny Loggins und 80er Jahre Vokuhila oder Bartmusik (ZZ-Top) – her damit — ich merke ich schweife ab.

Ich schweife ab, weil ich Zeit dafür habe, seit Freitag sind alle Prüfungen geschafft und 4 von 5 definitiv bestanden – was mich glücklich und locker stimmt. Im Moment mache ich mir Gedanken wo es hingehen soll – beruflich, nebenberuflich und überhaupt im Leben – klingt vielleicht philosophisch – ist es auch!

Ich denke Jobtechnisch passt irgendetwas zwischen Lehrer, Händeschüttler, Verkäufer, Manager, Schauspieler und Manager. Ich bringe z.B. gerne Dinge die mir eher weniger Spaß bereiten schnell zu Ende (aber immernoch überdurchschnittlich gut), ich bin also ein Finisher, hab ich bei einer sehr zeit- und nervenaufreibenden Präsentation in einer halb-deutschen, halb-chinesischen Gruppe gemerkt – wenn ich nicht da gewesen wäre, würden die Chinesen wahrscheinlich noch am Powerpointdesign der Folien herumwerkeln und die beiden Anderen hätten immernoch Partyerlebnisse auszutauschen. Ich weiß Eigenlob stinkt bekanntlich, aber das kann ich gut – überhaupt ich kann sehr gut, gerade da sein, wo ich bin. Heißt: wenn ich im Unterricht sitze – höre ich zu 95 % zu, wenn ich einen Film schaue bin ich zu 95 % im Film (außer schon 1000 mal gesehen oder größtmögliche weibliche Ablenkung bei unspannendem Film neben mir) und auch bei anderen Sachen – sogar beim schlafen.

Mit meditativer Konzentration und Ruhe werde ich nun Mitte Februar Hong-Kong anschauen, mir meine Zukunftspläne in Pastellfarben ausmalen und zu 100 % in China sein.

China ist schön…

… wenn man kein Chinese ist.

Klingt jetzt total anprangernd, ist es auch, denn gestern hatte ich einige negative Erlebnisse in China, mit Chinesen. Ich will mal nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen-Glücksbärchiland Inhalte aus China bringen (die, das muss aber gesagt werden, eindeutig überwiegen).
In China ging voriges Jahre, eine junge Frau, dafür dass sie eine Pornoseite hostete (im Internet bereitstellt) lebenslänglich hinter schwedische Gardinen, was wiederum in einem Land passierte, in dem in jeder Tageszeitung Werbung für Prostituierte und “himmlische Massagen” erscheinen. Doppelmoral? Ja.

Es gibt in China viele Bettler, was traurig ist, man aber auch in deutschen Großstädten öfters sieht, ich schmeiße selten bis nie Geld in deren Hüte, Becher oder Gefäße, bei Musik oder kleinen Kindern werde ich aber oft weich. Ich bin ja auch schon einmal tricktechnisch um 2 Euro ärmer gemacht worden und trotz aller Verhandlungskunst, auch in chinesischer Sprache, glaube ich nicht, dass hier auch nur ein einziger Verkäufer durch mich ärmer geworden ist.

Komische Geschichten passieren mir meistens beim Warten. Einmal stand ich in der U-Bahnstation und schaute den Extra-3-Podcast (um wenigstens satirisch aufbereitete Nachrichten aus meinem Herkunftsland anzuschauen), als eine Frau neben mir offensichtlich Kontakt mit mir aufnehmen möchte. Ich bekomme auf Chinesisch erklärt sie stamme aus Nanjing und man habe ihr Geld gestohlen. Ich sehe ein trauriges Gesicht, höre die Geschichte und bekomme als Beweis die kaputte Tasche vor die Nase gehalten (scheinbar aufgeschnitten). Ich gebe 20 Yuan (2 Euro) und werde um mehr angebettelt, den die nebenstehende Freundin muss ja auch wieder heim. Ich brodele und schicke das Pärchen weg. Warum wird der Ausländer angesprochen? Gibt es in China keine Polizei, der man diesen Vorfall melden könnte (vom Chinesinnenstandpunkt)? Klar gibt es letzteres, fiel mir aber auch erst danach ein und beide Fragestellungen hätten mir geholfen zu erkennen – das ich verarscht wurde, meine Blutdruck war also zurecht hoch.
Gestern dann, wieder wartend, aus einer U-Bahnstation, musikhörenderweise herausgeschlendert und ich werde von einer jungen traurig dreinschauenden Chinesin wieder auf Chinesisch angesprochen. Sie und ihre Freundin kommen gerade von der Arbeit (22 Uhr irgendwas) und haben kein Geld und sind sehr hungrig – sie sehen traurig aus. Ich erzähle ich habe kein Geld (stimmt nicht, aber ich hatte nur großes Geld einstecken), es wird mir erklärt ich können ihnen auch gerne etwas zu Essen kaufen oder sie würden es mit Kleingeld selbst tun. Mit den Blicken und dem ich-darf-mit-Essen-helfen hatten sie mich. Auf zum nächsten Straßenstand, dort gab es nichts zu essen – ich orderte mir aber ein Bier um einen Hunderterschein kleinzumachen. Ich gebe 20 Yuan, das sollte für beide für ein akzeotables chinesisches Essen reichen… Was passiert? Richtig! Ich werde um mehr angebettelt, denn die ganze Familie hat ja nichts zu essen. Man kann beinah Rauch aus meinen Ohren sehen, ich werde unfreundlich und sage sie sollen verschwinden. Musikhörend, biertrinkend, wartend und kopfschüttelnd stehe ich vor dem Eingang eines großen Kaufhauses. Eine Truppe junger Männer kommt aus dem KFC (Kentucky Fried Chicken) und einer kämpft mit der Schwerkraft und der sich wirr windenden Realität um ihn herum – er verliert den Kampf und seinen Mageninhalt – mehrmals – drumherum lachende und stützende Freunde (nicht das erste Schauspiel dieser Art dem ich beiwohnen durfte). Neben mir taucht ein gutgekleideter (grauer Anzug, ordentliche Frisur, Uhr, Tasche, Schuhe) freundlich ausschauender Mann auf. Von Chinesisch auf Englisch wechselnd erklärt er mir er ist Geschäftsmann aus Nanjing, gibt mir seine Karte und bittet mich um Geld, er habe seine Geldbörse/Brieftasche/Geld verloren, als Pfand bliebe mir seine Karte und er würde mir auch seine Uhr dalassen, an der er schon herumfummelt und gerne möchte er mit dem Bus zurück in seine Heimatstadt. Ich erkläre im freundlich die Story mit den Mädels zuvor, erkläre ihm ich bin nicht in der Lage die Welt, noch alle hilfsbedürftigen Chinesen zu retten und mache ihm deutlich er möge jemanden anderen behelligen. Mein Puls stieg, ich bin wütend, verständnislos und ein bisschen traurig.

Später kommt Michel und eine chinesische Freundin, ich rege mich nochmals auf und relativ schnell wieder ab und bekomme von der Chinesin bestätigt das es sich bei allem mit Sicherheit um Betrüger gehandelt habe.

China ist schön, manchmal auch für Chinesen und manchmal sebst für mich nicht.

Happy New Year!

Ein frohes neues Jahr allen Lesern. Ich melde mich mangels Zeit nur kurz…

Am Montag, Dienstag und Mittwoch stehen die Prüfungen in Chinesisch an und heute morgen bin ich mit einem steifen Hals aufgewacht – ganz toll! – Halswickel, auf-die-letzte-Minute-lernen und den Kopf nicht ohne Schmerzen drehen können (der neue natürliche Spickschutz). Ich habe meine Gedanken für kommende Blogbeiträge schonmal im Gehirn sortiert, werde diese aber erst nächste Woche zu Papier (nein! zu/in’s Internet) bringen.

Liebe Grüße an alle und auch an die Jungs von Blogspot.de (der Artikel wird vorbereitet und danke für die Aufnahme in die Blogroll)!